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Red Queen Effect

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Red Queen Effect

Beitrag von Airfux am Mi Dez 02, 2009 6:27 pm

Ein Artikel, den ich gefunden habe...

Red Queen Effect

“Das ist ein langsames Volk” sagte die Königin. “Hierzulande musst du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst. Und nochmal doppelt so schnell, wenn Du irgendwo anders hin gelangen möchtest!”
-aus Alice hinter den Spiegeln , von Lewis Carroll.

Nein, mit Red Queen Effect ist nicht das Gefühl gemeint, das man hat, wenn die Herzdame in den River sticht, um Ihren Gegnern den Nut Flush zu geben, Sie zu schlagen. In dem oben genannten Fall handelt es sich um eine wandernde (oder vielmehr rennende) und sprechende Schachfigur, die von Lewis Caroll erfunden wurde.

Der Begriff Red Queen Effekt (deutsch Rote-Königin-Hypothese) geht auf die Evolutionsbiologin Leigh Van Valen im Jahre 1973 zurück, und wurde nach der zuvor erwähnten, herumtreibendem Schachfigur aus dem Roman von Lewis Caroll benannt. Das Prinzip besagt, dass ein lebender Organismus sich unaufhörlich weiterentwickeln muss, um seine Position gegenüber den anderen Organismen um sich herum behaupten zu können. Er rennt und rennt, und bleibt im Endeffekt doch an der selben Stelle stehen. Ein etwas grobes Beispiel: wenn ein Wildhase im Laufe der Generationen, die Fähigkeit bekommen würde, ein bisschen schneller zu rennen (weil die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die langsameren getötet werden, bevor sie sich vermehren können), dann müssten die Füchse, die sie jagen und die wegen der Nahrung auf sie angewiesen sind, im Laufe der Generationen ebenfalls lernen, etwas schneller zu laufen, um mit den Wildhasen auch weiterhin mithalten zu können. Permanente evolutionäre Veränderungen sind notwendig, um seinen Status, in dieser sich ständig-verändernden Umgebung, aufrecht erhalten zu können.

Keine Sorge. Sie haben nicht versehentlich ein Thema zu Populärwissenschaften erwischt. Das hier ist immer noch Canadian Poker Player. Ich spreche von all diesem evolutionärem wissenschaftlichem Zeug, weil ich finde, dass es für Poker wirklich sehr relevant ist.

Zum Beispiel befinden auch wir uns bei bestimmten Pokerpartien im weitesten Sinne manchmal in einem Rote-Königin Rennen. Wir setzen uns an den Pokertisch und wollen unseres Bestes geben und einen Profit machen. Aber aus irgendeinem Grund, spielen wir nicht so gut, wie wir denken oder unsere Gegner sind einfach zu gut oder die Pokergötter sind an diesem Tag einfach in pedantischer Laune – und wir verlieren. Und verlieren. Und verlieren noch mehr. Und dann merken wir, dass auch wir, wie Alice und die Rote-Königin, versuchen, so schnell zu laufen wie wir nur können, bloß um wieder an die selbe Stelle zurückzukehren, von der wir anfangs gestartet sind.

Die Welt des Pokers ist für sich genommen ein Art von einzigartigem Ökosystem. Die Hauptlebewesen darin sind, wie sollte es anders sein, Fische und Haie. Aber das ist zu vereinfacht ausgedrückt. Es gibt endlos viele verschiedene Pokerfische, mit endlos verschiedenen Verhaltensweisen. Viele Fische sind kleine Fischchen, - wir nehmen sie die meiste Zeit nicht wirklich wahr, aber in der Gruppe machen sie den Hauptteil der Nahrung aus. Sie halten niemals lange, weil sie ziemlich schnell getötet werden. Aber dies scheint nicht wirklich eine Rolle zu spielen, weil für jedes kleine Fischchen, das stirbt, zehn andere Fischchen sofort deren Platz einnehmen. Dann gibt es einige Fische, die etwas größer, schlauer und schneller sind. Von diesen werden hier und da mal ein paar schmerzhafte Bissen genommen, aber sie können dennoch eine ziemlich lange Zeit überleben. Und dann gibt es da noch einige Piranhas – böse, aggressive und schnappende Mistkerle. Sie wollen Haie sein. Manche von ihnen glauben sogar, dass sie Haie sind. Aber in Wahrheit sind sie nur wahnwitzige kleine Fische.

Genauso wie es viele verschiedene Pokerfische gibt, gibt es auch verschiedene Arten von Pokerhaien. Einige Spieler sind Engelshaie, stark geschminkte Widerlinge, die auf der Lauer liegen, um ihre Beute in die Falle zu locken. Manche Spieler sind Makrelenhaie, Jäger, die eine außergewöhnliche Geschwindigkeit an den Tag legen, um sich ihre Beute zu schnappen. Und dann gibt es noch die riesigen Raubfische: Tigerhaie, Mörderhaie und Riesenhaie. Das sind diejenigen, die mit einem echten Talent zum Töten gesegnet sind. Das sind die, die ihre Zähne ganz tief in die Beute bohren.
Bei einer Bevölkerungsexplosion unter den Fischen (wie auch in der Poker Welt), müssen sich die Haie auch daran anpassen. Ein einziges kleines Fischchen mag vielleicht keine Bedrohung darstellen, aber wenn der Hai sich plötzlich von einem Fischchenschwarm umzingelt sieht, könnte er vielleicht dem schmählichen Schicksal zu Opfer fallen, von lauter kleinen Fischchen zu Tode genagt zu werden.

Um das ganze jetzt mal in einen konkreten Pokerkontext zu stellen, sehen Sie es einfach so. Wenn Sie sich zunächst an einen Tisch mit Spielern setzen, die Sie nicht kennen, kommt es nur auf die richtige Strategie an – die richtigen Spiele zu machen, die Gewinnchancen in Erwägung zu ziehen und so weiter. Aber mit dem Fortschreiten des Spiels, ändert sich das. Wenn einer Ihrer Gegner auch nur halbwegs gut ist, wird er Ihre Spiel beobachten. Was für Hände Sie callen, erhöhen oder setzen? Ob Sie je bluffen? All das und noch viel mehr werden Sie sich in ihrem mentalen Notebook (oder Cyber Notebook oder richtiges Notebook) merken. Und danach können sie Sie lesen. Sie haben sich weiterentwickelt, weil sie jetzt bessere Spieler sind, als sie es noch vor einer Stunde waren. Sie können besser gegen Sie spielen. Solange Sie sich also nicht mit ihnen mitentwickeln – sie beobachten, sie richtig gut lesen – haben Sie den anderen gegenüber einen erheblichen Nachteil. Und das alles nur, weil Ihr(e) Gegner sich nach vorne bewegt haben, während Sie einfach stehen geblieben sind.



In unserem gigantischen Pokeraquarium existieren Sie folglich als Teil eines großen Ökosystems, indem die anderen Lebensformen komplex und vielfältig sind und sich ständig weiterentwickeln. Sie schwimmen gemeinsam mit dummen, gemeinen, lieben Fischen und scheinbar klügeren Fischen. Sie befinden sich auch in Gesellschaft von Babyhaien, Psuedohaien, freundlichen Haien und einigen Haien, die richtige eiskalte Killer sind. In dieser Umgebung dürfen Sie niemals selbstgefällig werden. Sie können sich niemals zurücklehnen, zumindest nicht, wenn Sie dort überleben wollen.

Sogar wenn Sie sich selbst für einen Hai halten, der bequem an der Spitze der Nahrungskette sitzt, müssen Sie sich dennoch weiterhin weiterentwickeln. Sie müssen weiterhin vorwärts laufen (oder schwimmen, falls Sie das bevorzugen), oder Sie riskieren, ausgelöscht zu werden. Denn auch wenn der Fisch Sie nicht schnappen kann, die anderen Haie werden es mit Sicherheit tun.

Denken Sie daran, dass einige dieser Fische, nicht so langsam und dumm sind, wie Sie zunächst glauben. Die cleveren Fische können aus Erfahrung lernen; sie können sich anpassen. Einige von ihnen werden sogar selbst zu Haien heranwachsen. Also achten Sie aufmerksam auf sie. Wenn sie auch nur ein bisschen schneller werden, dann müssen Sie es auch. Wenn diese ihre normalen Angewohnheiten ändern, müssen Sie die Methode ändern, mit der Sie sie jagen. Und überlegen Sie sich, ob Sie vielleicht, aber auch nur vielleicht, nicht ganz so gefährlich sind, wie Sie von sich glauben.


Das selbe Prinzip gilt auch für das allgemeine Studium dieses Spiels. Clevere Spieler werden weiterhin lesen, üben, analysieren – daran arbeiten, ihr Spiel zu verbessern. Und Sie sollten das gleiche tun, wenn Sie konkurrenzfähig bleiben wollen. Denn letztlich ist unser Poker System sehr darwinistisch veranlagt. Vielleicht hat man auf kurze Sicht mal Glück, aber auf lange Sicht, überlebt nur der Stärkste. Wenn Sie also stark bleiben wollen, laufen Sie weiter!
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Re: Red Queen Effect

Beitrag von Gast am Mi Dez 02, 2009 6:35 pm

@airfux

extrem geiler artikel. danke sehr nicht nur inhaltlich gut, sondern auch insofern tröstend zu sehen, dass ich nicht der einzige bin, der die analogie von poker zu anderen lebensbereichen oder leben selbst sieht. hab mich bisher aber nie getraut laut zu denken
da werd ich noch mehr zu schreiben, sobald ich wieder satt bin...nein ich habe real hunger
danke nochmal
gruß
mega

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